
An Flavonoiddrogen mangelt es in unseren heimischen Breitengraden nicht.
Die beispielsweise im frühen Sommer blühenden und zur Sonne gerichtetenen Blütenstände des Holunderbuschs enthalten neben reichlich Kalium ca. 3,5% Flavonoide in Form von Rutin und Quercitrin. Neben einigen weiteren Inhaltsstoffen (Schleime etc., die aber hier nicht näher besprochen werden sollen) enthalten Holunderblüten bis zu 5% Phenolcarbonsäuren, vor allem Chlorogensäure. Auch Chlorogensäure besitzt antioxidative Eigenschaften und wird in einigen asiatischen Ländern zur Behandlung von allergischen und entzündlichen Erkrankungen eingesetzt.
Die im Herbst reifen Holunderfrüchte sind reich an Anthocyanen und Proanthocyanidinen. Paradoxerweise sollten Holunderbeeren nicht roh genossen werden. Speziell die Proanthocyanidine sind sehr empfindlich und werden mittels Oxidationsprozessen schnell zerstört und verlieren somit die klassischen präventiven Eigenschaften der Flavonoiddrogen, wie Schutz der Blutgefäße (venöse Insuffizienz und Arteriosklerose), vor Herzerkrankungen, Entzündungen und Krebs.

Weil der tatsächliche Gehalt an Anthocyane und Proanthocyanidine im Pflanzenreich schwer zu analysieren ist, kursieren in der Fachliteratur verschiedene Angaben zur Wirksamkeit. Am besten ist es, Heidelbeeren und schwarze Johannisbeeren dann zu verköstigen, wenn sie reif sind. So spart man sich teure Nahrungsergänzungsmittel.
Übrigens ist die antioxidative Wirlung der Flavonoide höher als die des Vitamin E, dem so genannten “Zellschutzvitamin”.
Fragen beantworte ich gerne in der Rubrik “Kommentare”.
Die Monster und Dämonen unseres Lebens hausen nicht draußen in den Bergen, Wäldern, und Wüsten, sondern zwischen Schreibtischen und Tiefgaragen, zwischen Fernsehgeräten und Computern, zwischen Doppelbetten und Einbauküchen. Es ist schwierig in unserer entfremdeten Zivilisation die Flamme seiner Bestimmung am Leben zu halten, einer Zivilisation, die das Heilige verbannt hat, in der Leistung und Erfolg, nicht aber das Wesen eines Menschen geachtet wird.
Quelle:


Neben Rutin gehören ebenso Anthocyane und Proanthocyanidine zur Gruppe der Flavonoide. Anthocyane zeigen sich in den blauen, roten und violett- bis blauschwarzen Färbungen von Blüten und Früchten. Anthocyane besitzen – bis auf die Anthocyane der Heidelbeeren – kaum relevante Wirkmechanismen. So dienen Hibiscusblüten, Klatschmohn, Malvenblüten und Kornblumen lediglich der “Aufhübschung” von Teemischungen, da sie ungiftig sind und zudem – frisch gepflückt – Salaten oder Desserts eine bezaubernde Farb- und Formnuance verleihen.
Lindenblüten, Ginkgoblätter, Weißdornblüten und – früchte, Frauenmantelkraut sowie Ratanhiawurzel und weitere Rinden und Wurzeln – wie die der Eiche oder Tormentill – haben eines gemeinsam: sie sind reich an Proanthocyanidinen. Diese Flavonoidgruppe hat nun ähnliche antioxidative Eigenschaften wie bereits beim Rutin berichtet. Das Proanthocyanidin des Weißdorns wirkt kräftigend auf den Herzmuskel ein. Nicht nur Menschen mit Herzinsuffizienz sollten Weißdornblüten und -blätter zu sich nehmen, damit der Herzmuskel gestärkt wird, sondern auch Leistungssportler! Zu den Proanthocyanidinen zählen ebenso Gerbstoffpflanzen mit adstringierenden (zusammenziehenden) Eigenschaften. Die antiviralen und antimikrobiellen Wirkungen sind eine echte Alternative zur antibiotischen Behandlung bei chron. Zahnfleischentzündungen. Hier kann ich das Ratanhiawurzel-Mundwasser von Weleda echt empfehlen.
Auf die Flavonoidpflanzen Holunderblüten, Ginkgo und Mädesüß oder Linde gehe ich im folgenden Artikel etwas näher ein.
Eine sehr interessante Pflanze mit hohem Flavonoidgehalt ist das Buchweizenkraut (Fagopyrum esculentum). Es enthält bis zu 8 % Rutin als Hauptflavonoid, sowie Quercitrin und Hyperosid (sind auch Flavonoide). Rutin wurde erstmals aus der viel zu wenig beachteten Weinraute (Ruta graveolens) isoliert. Hieraus stammt der Name dieses Flavonolglykosids.
Das im Buchweizenkraut enthaltene Rutin ist in der Lage, eine pathologisch veränderte Gefäßpermeabilität – die zu Entzündungen, Ödemen und zu einer venösen Insuffizienz führen kann – zu verbessern. Die antioxidativen und Radikalfängereigenschaften des Buchweizenkrauts sollten also von Menschen genutzt werden, die an venösen Insuffizienzen leiden oder die dazu neigen. Als Symptom zeigt sich dies unter anderem häufig in der Bildung von Krampfadern (Varizen).
Personen, die Berufe ausüben in denen langes Stehen gefordert wird, sollten regelrecht “Venenpflege” betreiben.
Fertigpräparate mit dem Inhaltsstoff Rutin müssen auf chemische Tricks zurückgreifen, um das reine Rutin “Magen-Darm-resorptionsfähig” zu machen. Denn es wird davon ausgegangen, dass Rutin nicht in der Lage ist, die Darmwand zu passieren und somit den Wirkungsort nicht erreichen kann.
Da es sich aber bei Pflanzen glücklicherweise um “Vielstoffgemische” handelt, enthält das Kraut mit Sicherheit “barriereüberwindende” Substanzen. Ausserdem helfen raffinierte Rezepturen mit pflanzlichen Einschleusern sicherlich nach.
Flavonoide können natürlich noch mehr…ich werde berichten……




Wer einen Blick über den Festlandtellerrand werfen möchte: hier gibt es einen feinen Artikel zu Cumarine und Tonka. Tonka kennt ihr aus dem “So kommt die Creme in den Tiegel”-Kurs!