KALMUS
Kalmus ( Acorus calamus L.) auch im Volksmund: Magenwurz, Brustwurz, Ackerwurz, deutscher Zitwer und Gewürzkalmus genannt, wächst an Sümpfen, Teichen und Flußufern. Er blüht von Anfang Juni bis Ende Juli. Sein dreieckiger Schaft wird fast über 1 m lang und ist mit schwertförmigen Blättern bestückt, an denen sich kleine grünlich-gelbe Kolben bilden.
Heilmittel:
Als Heilmittel wird nur die Wurzel verwendet. Sie dient zur Stärkung des Magens und der Nerven. Der Tee, aus der Wurzel des Kalmus, reinigt den Körper, scheidet Schlacken und Ablagerungen aus, treibt Gase ab, regt den Verdauungsapperat an, beruhigt bei Herzklopfen und regt die Menstruation an.
Da in dem Tee ein starkes harntreibendes Mittel enthalten ist, hilft er bei fortgeschrittener Wassersucht.
Ein aus der Wurzel gewonnes Öl soll das Gedächtnis stärken und durch das Einreiben, des Rückens eines schwächlichen Kindes, mit Kalmus-Tinktur, soll es aufpeppeln.
In einem Kräuterbuch (Hortus Sanitatis) aus dem Jahre 1485, welches ein deutscher Schriftsteller verfasste, heißt es:
“Die Meister sprechen daz kalmuss gut sy dem der eyn bösen magen hait von kelte der selbige sal nemen dry quyntyn kalmuss vnd den mischen mit wermut safft vnd das also inne drincken mit warme wyn. Item wer nit wöl dauwen mag der neme kalmuss gepuluert. Item welcher das hertz zyttern hette der neme den gantzen kalmuss. Item kalmuss wurtz gebeisset wie der yngwer diss nutzet nuchtern dem machet ess eyn guten wöl dauwenden magen vnd behüdt den menschen vor febres. Item kalmuss gepuluert mit wulle safft vermengt vnd warm vff den afftern geleyt ist gut widder den vssganck des afftern.”
SCHAFGABE
Schafgabe (Achillea Millefolium L.) auch im Volksmund: Tausendblatt, Schafrippe, Mausohr, Mausleiter, Fasankraut, Bauchwehkraut, Bibhenderlkraut, Katzenschwanz, Blutstillkraut, Raingarbe, Sichelkraut, St. Margaretenkraut, St. Barbarakraut, Gotteshand, Neunkraft, Herrgottrückenkraut, Jungfernaugenbrauen und Heil der Welt genannt, wächst auf Wiesen, sonnigen Bergabhängen und Ackerrändern.
Sie blüht von Anfang Juni bis Ende Oktober.
Ihr Stengel wird ca. 50 bis 80 cm lang und ist teilweise behaart oder glatt. Die Blätter sind doppelt gefiedert und behaart. Am oberen Ende des hellgrünen bis rotbraunen Stengels, sitzen die rötlich-weißen doldenartigen Blüten.
Heilmittel:
Ein Aufguß aus den getrockneten Blüten und Blättern der Schafgabe hilft bei Magenschmerzen. Umschläge aus dem Saft der zerquetschten Pflanze werden auf Beulen und Geschwüre aufgelegt. Schafgabentee wirkt blutreinigend, krampfösend, kreislaufverbessernd, reguliert die Menstruationsblutungen und lindert Nervenschmerzen.
Okay, dieses Mal keine Heilpflanze, dafür ein Heilstein der aber mit Sicherheit nicht minder interessant erscheint.
AMETHYST
Der Amethyst (griech. amethein= vor Trunkenheit bewahren) entsteht bei einer Temperatur von ungefähr 100° C bis 250°C, aus schwach eisenhaltiger Kieselsäurelösung. 
Damit er seine charakteristische violette Färbung erhält, muss dieser Kristall von radioaktivem Gestein umgeben sein.
Die größten Abbaugebiete des Amethyst befinden sich in Australien, Südbrasilien, Mexiko, Namibia und Sambia.
Er ist ein klassischer Schmuckstein, der aber auch seit Jahrtausenden als Heilstein genutzt wird.
Getreu seines Namens fördert er die Nüchternheit, steigert aber auch die Konzentrationsfähigkeit sowie die geistige Wachheit. Hilft Erfahrungen und Warnehmungen mental zu verarbeiten und erklärt unter dem Kopfkissen gelegt, das nächtliche Traumgeschehen.
Auf betroffene Stellen aufgelegt lindert er Schmerzen, Schwellungen, Verspannungen, Erkrankungen der Atemwege, gereizte Nerven, Durchfall und Störungen der Darmflora.
Bei Meditationen wird der Kristall ruhig betrachtet.
Wenn das Kind über Langeweile in den großen Ferien klagt, kann so etwas wie eine Kolumne über “Heilpflanzen und Anwendungen von Edelsteinen aus alten Büchern”, entstehen.
Hier nun der erste Beitrag von Erik, der bereits 2009 in der Szene-Zeitschrift SEIN Artikel veröffentlichte (www.sein.de):
Die Heidelbeere
Heidelbeere (Vaccinium myrtillus L.) auch im Volksmund Schwarzbeere, Blaubeere, Taubeere, Staudelbeere, Krähenauge, Hasenbeere, Roßbeere, Mostbeere, Mehlbeere und Bickbeere genannt, blüht von Anfang Mai bis Ende Juni. Sie wächst in Wäldern, an Waldrändern und Torfmooren. Der ca. 20 bis 50 cm hohe Strauch besitzt kurzstielige Blätter, die auf beiden Seiten glatt sind. Die Blüte ist weiß und glockenförmig, aus denen die schwarze Frucht, deren Fruchtfleisch violett-rot ist, entsteht.
Aus dieser Frucht kann man den sogenannten “Heidelbeerwein” gären, der unter anderem sehr wirkungsvoll gegen Durchfall, Magen- Darmerkrankungen und Verdauungsstörungen ist. Außerdem zieht er Giftstoffe aus dem Darminhalt, verhindert das Wachsen von Krankheitserregern und stärkt den Magen sowie den Darm.

Bereitet man aus den Blättern, des Heidelbeerstrauches, einen Tee zu, so wirkt dieser appetitanregend, stuhlregulierend, krampflösend bei schwäche der Harnblase sowie gegen Mundfäule. Gegen Haarausfall, soll ein auf die Kopfhaut massierter Heidelbeerblättersud helfen.
Sogar die Äbtissin Hildegard erwähnte die Heidelbeere in ihrer Physika (auf deutsch Naturgeschichte) im 12. Jahrhundert.
Der Baldrian
Baldrian (Valeriana officinalis L.) auch im Volksmund Hexenkraut, Viehkraut, Theriakkraut, Katzenkraut, Augenwurzel, St. Georgenkraut, Zahnkraut, Spickwurz, Wandwurzel, Marienwurzel, Dreifuß, Mondwurz, Tollerjan und Katzenwargel genannt, blüht von Anfang Juni bis Ende Juli. Er wächst auf Abhängen, sumpfigen Wiesen und Wäldern. Der kurze Wurzelstock geht in einen ca. 1 m hohen gefurchten Stengel über, wo sich die gefiederten Blätter befinden. Das Erscheinungsbild der Blüten ist doldenähnlich und rötlich weiß gefärbt.
Als Arzneimittel wird nur die Wurzel des Baldrians verwendet, aus der man einen Aufguss oder eine Tinktur herstellen kann. Dies wirkt heilend auf Nervosität, Migräne, Schlaflosigkeit, Herzklopfen, Angstgefühl, Trübsinn, Hysterie, Unterleibsschmerzen, Blähungen, Brechreiz und Schwächezuständen.
Einen Tee, aus der Wurzel des Baldrians, sollte man nicht zu oft genießen, da nach zwei Wochen sich eine entgegengesetzte Wirkung einstellt.

Doch der Baldrian, als Heilmittel, ist keine Entdeckung der Neuzeit. Schon damals im 4. und 5. Jahrhundert vor Christus, wurde er von den Hippokratikern gerne in der Frauenpraxis verwendet.
Teilwiese werden sogar heute noch getrocknete Baldrianbüschel über die Haus- und Stalltür gehängt, um den Teufel abzuschrecken.