Steinklee (Melilotus officinalis)
Den Saft in die Augen geträufelt, ist eine gute Medizin um den Film von den Augen zu entfernen, der die Sicht trübt.
Eine gängige, zweijährige Pflanze, auch bekannt als King’s Clover und Ribbed Melilot, zwei oder drei Fuß hoch wachsend. Die Blüten sind gelb und wachsen an langen Stiften. Sie sind gefolgt von einer rauen, runden Hülse.
Wo zu finden: Es wächst in mitten von Getreide und in Hecken.
Blütezeit: Früh bis Mitte des Sommers.

Astrologie: nicht zugeteilt
Mediznische Tugenden: Gekocht in Wein und als Kompresse aufgelegt, macht der Steinklee alle harten Geschwüre und Entzündungen im Auge, in der Gebärmutter und die der männlichen und weiblichen Geschlechtsteile weich. Manchmal werden das Eigelb eines gebratenen Eies, feines Mehl, Mohnsamen, oder Endivie hinzugefügt.
Es hilft bei sich ausbreitenden Ulzerationen im Kopfbereich, wenn man sie mit einer aus ihr hergestellten Lauge wäscht. Um Schmerzen im Magen zu lindern, wird es vorsichtig angewandt, frisch oder gekocht, mit irgendeiner der zuvor genannten Dinge. Wenn es in die Ohren getropft wird, wird es den Schmerz dieser nehmen. Eingeweicht in Essig oder Rosenwasser, wird es Kopfschmerzen lindern.
Kombiniert mit Kamillenblüten, wird Steinklee in Klistieren angewandt, um Wind zu verjagen und Schmerzen zu lindern. Oder in Wickel oder Umschläge, um angeschwollene Geschwüre in der Milz oder an anderen Orten zu vermindern. Ebenso um Entzündungen an irgendeinem Teil des Körpers zu lindern.
Wenn man den Kopf mit einem Hydrolat der Pflanze (Kraut und Blüten) wäscht, stärkt es das Erinnerungsvermögen und bewahrt den Kopf und das Gehirn vor Schmerz und Schlaganfall.
Culpeper ist doch bezaubernd, nicht wahr! In Berlin ist der Steinklee ab Mitte Juni an fast jeder Straßenecke zu finden. Er wächst überall dort, wo Austausch, Kommunikation und Informationsfluß herrschen.
Signatur: Merkwürdig ist, dass Culpeper dem Steinklee keine astrologische Zuordnung gab. Wachstumsort und Wirkung, weisen ihn eindeutig als eine dem Merkur zugehörige Pflanze aus.
Gegenanzeigen: Innerlich sollte der Steinklee nicht in der Schwangerschaft und während der Stillzeit angewandt werden.

Veilchen (Viola odorata)
Eine feine, angenehme Pflanze… von milder Natur, und in keiner Weise verletzend.
Eine mehrjährige Pflanze mit herzförmigen Blättern und großen duftenden, tiefblauen oder violetten Blüten.
Zu finden: an warmen, sonnigen Böschungen und Waldrändern.
Blütezeit: später Winter bis Mitte Frühling

Medizinische Heilkraft:
Es wird angewendet, um jegliche Hitze oder Fehltemperaturen im Körper zu kühlen, wie z. B. bei Augenentzündungen, oder heißen Schwellungen in der Gebärmutter.
Die Blätter und Blüten werden als Dekokt (Aufguß) oder als Wickel angewendet.
1,7g der pulverisierten Blätter oder Blüten reinigt den Körper von cholerischen Stimmungen, wenn mit Wein eingenommen.
Die pulverisierten Blüten in Wasser befreien Kinder von Mandelentzündung und Fallsucht (Epilepsie).
Die Blüten der weißen Veilchen lassen Schwellungen reifen oder lösen sie.
Frisch eingenommen, wirken die Blüten oder das Kraut bei Pleuritis und Erkrankungen der Lunge, sowie bei Heiserkeit, heißem Urin und Schmerzen im Rücken oder der Blase.
Moderne Anwendung:
Die Blätter sind antiseptisch und werden innerlich und äußerlich für die Behandlung von bösartigen Erkrankungen angewandt. Nachforschungen auf diesem Gebiet sind noch erforderlich, jedoch scheint ein Infus der Blätter den Schmerz bei krebsartigen Fällen zu reduzieren.
Ein starker Auszug wird hergestellt, indem man 56 g (2 oz) der Blätter in 568 ml (1 pt) kochendes Wasser gibt, und über Nacht stehen lässt. Dies wird dann gefiltert und in Dosen von 56 ml (2 fl oz), alle zwei bis drei Stunden eingenommen.
Die zerstoßenen Blätter können direkt auf die Haut aufgetragen werden, dort wo ein Antiseptikum erwünscht ist.
Die Blüten sind schleimlösend und man stellt einen Sirup her, indem man Honig zu einem Auszug von ihnen hinzufügt. Dies ist ein exzellentes Heilmittel für Husten, eingenommen in teelöffelgroßen Dosen.
Die Wurzeln und Blätter sind ebenfalls schleimlösend, aber die Wurzel neigt dazu emetisch (Brechreiz auslösend) zu sein und wird genutzt als eine Alternative zu Ipecacuanha.
In Kombination mit Eisenkraut (Verbena officinalis), ist es wirkungsvoll bei Keuchhusten. Huflattich kann auch hinzugefügt werden.
Aus dem Englischen: Culpeper’s Color Herbal Herausg.: Sterling Publishing Co., Inc. New York 2007
Nicholas Culpeper