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Pflanzen und ihre Mineralien: Leisen-Kur

Heute stelle ich Euch einen Gastbeitrag von Peter Germann aus der Phytaro-Heilpflanzenschule in Dortmund vor.

Ein sehr interessantes Thema, wie Pflanzenmineralien zur Erhaltung der Gesundheit beitragen können. Da es ein sehr ausführlicher Artikel ist und es ohnehin hierzu noch so Einiges zu berichten gibt, ist er in mehrere Abschnitte geteilt.

alcimia Blog Jan

Die Leisen Kur befasst sich mit der Darstellung einer Untersuchung über den Mineralstoffwechsel im menschlichen Körper und seine Zusammenhänge mit bestimmten Erkrankungen.
Ragna Berg und Bircher-Brenner entdeckten und diagnostizierten die Interaktionen zwischen den Endprodukten des mineralischen Stoffwechsels, den Schlacken und einer Reihe nichtinfektiöser Krankheiten.
Unzählige Forscher nach Koch, Löffler, Yersin und anderen erweiterten und vertieften das Wissen über die durch Bakterien und Viren bedingten Infektionskrankheiten. Im Vergleich dazu blieb die Weiterentwicklung der Erkenntnisse über die durch Schlacken bedingten Indikationen bescheiden und lückenhaft.

Matthias Leisen (1879 – 1940) gelangte über ungewöhnliche Wege zur Pflanzenheilkunde. Er war eigentlich Maler und hatte eine besondere Begabung für die Mutung von Brunnenbohrpunkten. Im ersten Weltkrieg wurde er an der russischen Front zur Ausrutung von Wasseradern eingesetzt. Diese Begabung ermutigte ihn, mittels 48 verschiedener „Leisengabeln“ die unterschiedlichsten Elemente im menschlichen und pflanzlichen Körper zu bestimmen, welche dann in ihrer Definition und therapeutischen Umsetzung mit seiner Tochter Katharina Vanselow-Leisen an Tausenden Patienten in der Praxis erfolgreich umgesetzt wurden.

Das Ziel der Leisen Kur ist die Erweiterung und Vertiefung der Kenntnisse über schlackenbedingte Krankheiten und deren Behandlung. Diese rufen zum Beispiel Rheuma, Arthritis, Leberleiden, Diabetes, Herzstörungen, Krämpfe oder funktionelle Störungen hervor. Die Heilung von Krankheiten aus dieser Gruppe dürfte heute genauso wichtig sein, wie vor hundert Jahren die der infektiösen Erkrankungen.
Leisen vertrat die Ansicht, dass weit mehr Leiden als landläufig angenommen durch Ablagerung aus dem Mineralstoffwechsel verursacht werden. Dies ist übrigens eine Vorstellung, welche heute hochaktuell ist und zu den Forschungsbereichen der Orthomolekular- Medizin gehört. Während im Normalfall aufgenommene Mineralstoffe wieder ausgeschieden werden, kann es bei einer übermäßigen Zufuhr oder einer Stoffwechsel- oder Ausscheidungsstörung zu einer Verdichtung des jeweiligen Minerals kommen, den sogenannten Schlacken. Diese lagern sich ab und können, je nach Zusammensetzung, unterschiedlichste Krankheiten verursachen. Die Überlegung Leisens fußte auf der Beobachtung, dass bei den verschiedensten Patienten mit einem bestimmten Beschwerdebild erhöhte Werte spezieller Mineralstoffe in verdichteter Form zu muten waren.
So konnte er 60 „schlackenbedingte Krankheiten“ aufzählen – wahrscheinlich gibt es noch weitaus mehr, was sich heute auch schon herausgestellt hat.

Die Grundzüge der Leisenkur können in lehrsatzähnlichen Definitionen dargestellt werden:

I.
Schlacken bedingen Krankheiten, zum Beispiel Rheuma.
Bestimmte Krankheiten rühren nicht von irgendwelchen, sondern von benennbaren Schlacken her.
So finden wir bei Rheuma regelmäßig Lithium (Li) in Verdichtung.

II.
Bestimmte Krankheiten verschwinden, wenn die ihr zugehörigen Schlacken ausgeschieden oder neutralisiert werden.
Das erwähnte Rheuma wird verbessert oder hebt sich gar auf, wenn Lithiumschlacken ausgeschieden werden.

III.
Diese Ausscheidungsfähigkeit besitzen Pflanzen, welche das Element in Verdünnung an Bord haben, das in der Schlacke enthalten ist.
Schafgarbe (Achillea millefolium) enthält verdünnt Lithium und kann gebraucht werden, um lithiumhaltige Schlacken zur Ausscheidung zu bringen und damit zur Heilung des erwähnten Rheumas beitragen.

Auch in Pflanzen konnte Leisen die verschiedensten Mineralien muten, diesmal jedoch in verdünnter Form. Führt man bei einem verdichteten Mineralüberschuss dem Körper das entsprechende Mineral in verdünnter, assimilierter Form zu, so neutralisieren sich die Werte, denn die Mineralablagerungen (Schlacken) werden ausgeleitet. Der messbare Überschuss an verdichteten Elementen im Organismus verschwindet und das Beschwerdebild bessert sich oder hebt sich bestenfalls sogar auf.
Den 60 von Leisen beschriebenen schlackenbedingten Krankheiten stellte er cirka 150 Pflanzen gegenüber, die auf ihren Gehalt an diesen 48 beschriebenen Elementen in Verdünnung untersucht worden sind.

Als „Riegel-Tee“ bezeichnet Leisen eine Mischung aus 10 Pflanzen, welche in ihrer Gesamtheit die 48 von ihm beschriebenen Elemente in Verdünnung in sich haben. Da diese Mischung alle von ihm festgestellten Schlacken neutralisieren, also „abriegeln“, nennt er diese Zusammenstellung einfach „Riegel-Tee“. Man könnte soweit gehen und behaupten, dass diese Mischung bei jeder chronischen Erkrankung einen mehr oder weniger großen Erfolg erzielt und als Adjuvans (Beimittel) verabreicht werden kann. Möchte ich allerdings gezielter gegen ein benennbares Beschwerdebild angehen, hat dieser Tee seine Grenzen. Dann sollten nach Tabelle die Pflanzen benutzt werden, welche spezifischer in ihrer Mineralaufweisung sind.

 


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