//Flavonoide – ein ganz besonderer Stoff!

Flavonoide – ein ganz besonderer Stoff!

Heidelbeeren schmecken nicht nur phantastisch – sie sind ausserdem reich an wertvollen Inhaltsstoffen, wie den so genannten Anthocyanidinen, die zu der großen Gruppe der Flavonoide gehören. Sie kommen in nahezu allen rot-bläulich gefärbten Blüten, Blätter, Früchte und Rinden vor.

Flavoinidhaltige (lat. flavus=gelb) Pflanzen wurden traditionell zum Färben von Wolle und Textilien verwendet. Da viele Pflanzeninhaltsstoffe denselben chemischen Aufbau besitzen, ging man dazu über die gesamte Stoffklasse als Flavonoide zu bezeichnen, auch wenn sie keine Farbstoffe aufweisen.

Als Anthocyane werden nun solche flavonoidhaltigen Blüten, Blätter und Früchte bezeichnet die intensiv dunkelrot bis blau-violett gefärbt sind. Anthocyanidine sind die Aglykonkomponenten der Anthocyane. Das Glykon ist der Zuckeranteil (Glykosid) und als Aglykon bezeichnet man die „Nichtzuckerverbindung“.

Warum Flavonoide so wertvoll sind

Flavonoide gehören zu den im Pflanzenreich weit verbreiteten Substanzen. Mehr als 6500 Flavonoide sind bekannt, und weil sie ein Derivat der Phenole darstellen, die ihrerseits ebenfalls in so gut wie allen Pflanzen vorkommen, gibt es kaum eine Blüte, ein Blatt, eine Wurzel oder Rinde ohne diese spannende Substanz. Den Begriff Phenole habt ihr sicher schon einmal im Zusammenhang mit ätherischen Ölen gehört, denn diese bilden eine Art Grundstruktur als aromatisches Ringsystem. An diese Ringsysteme können sich dann eine oder mehrere OH-Gruppen anbinden. Dann spricht man von so genannten Derivaten. Dies sind beispielsweise Cumarine ( lässt das Heu so schön nach Heu duften!) aber auch Flavonoide mit ihren Untergruppen, zu denen die Gerbstoffe zählen.

Wie Flavonoide im Körper wirken

Bezüglich der mannigfaltigen Wirkung und ihrer therapeutischen Breite, können keine einheitlichen Aussagen zu den Phenolen getroffen werden. Es sei nur soviel gesagt, dass sie antiphlogistische (entzündungshemmend), lipidsenkende (Lipide – Fette), antivirale, antiödematöse, adstringierende (zusammenziehend) und antidepressive Wirkungen besitzen.

Phenole und Flavonoide sind Antioxidantien, die Sauerstoffradikale nichtenzymatisch abbauen. Der menschliche Organismus produziert ständig freie Radikale als ein Endprodukt des Stoffwechsels. Insofern sind sie in den natürlichen Stoffwechselprozess eingebunden. Gerät der Organismus in Stress – sowohl physisch als auch psychisch – fallen enorme Mengen an freien Radikalen an, die dann für pathologische Veränderungen mitverantwortlich gemacht werden. Gewebe wird nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Oder besser ausgedrückt: die zellulären Strukturen verändern sich und können das Sauerstoffangebot nicht mehr adäquat nutzen. Dies wird als Hypoxie bezeichnet.

Arteriosklerose, chronische Entzündungen und ein früh einsetzender Alterungsprozess sind die Folge jahrelanger Überschwemmung mit Freien Radikalen. Aber die Natur hat es ja glücklicherweise so eingerichtet, dass wir den freien Radikalen etwas entgegenstellen können. Und hier kommen nun die Flavonoide ins Spiel!

Anwendungsmöglichkeiten von Flavonoiden

Somit sind alle Früchte und Gemüsesorten mit intensiver Färbung gesund! Am besten einheimische Obstsorten und Gemüse zur Reifezeit essen.

Therapeutisch genutzt werden Flavonoide unter anderem bei Venenerkrankungen. Hierbei spielt die antientzündliche Wirkung auf die Intima (Innenwand) der Blutgefäße eine Rolle. Durch eine entzündliche Schwellung der Gefäßinnenwand wird diese zunehmend durchlässiger für Flüssigkeit (ein Bluthochdruck kann diesen Prozess beschleunigen) was die Ödembildung begünstigt. Hier helfen Buchweizenkraut (Fagopyrum esculentum), Rosskastanien (Aesculus hippocastanum) und Rotes Weinlaub (Vitis vinifera).

Rotes Weinlaub für die Venenpflege und zum Schutz vor freien Radikalen

Mariendistelsamen mit dem Wirkstoff Silymarin (Flavanolderivat) sind ware Tonika für unsere Leber. Im Tee löst sich leider nur ein sehr geringer Teil des wertvollen Inhalts, weshalb die Samen direkt geknabbert werden können. Weiterhin sind Mariendistelsamen-Fertigpräparate in der Apotheke erhältlich.

Mariendistelsamen stabilieren die Zellmembranen der Leber, so gelangen Giftstoffe nicht mehr in die Zellen.

Entzündungsfördernde Stoffe (z.B. Prostaglandinsynthese) werden durch die antioxidative und radikalfänger-Funktion gemindert.

Grundsätzlich wird die Leberzellregeneration beschleunigt. Dies wirkt sich positiv bei Einnahme von lebertoxischen Arzneimitteln – und leberzellschädigenden Krankheitssymptomen aus.

2018-04-10T09:28:22+00:006. Juni 2017|Heilpflanzen|

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