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Hafer :: Arzneipflanze des Jahres 2017

  • Hafer Zeichnung Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885

Seine Flocken sind eine wichtige Speise für Kinder und Kranke, denn sie schenken Kraft. Doch auch Haferkraut und -stroh dienen als Arzneidroge und helfen als Tee innerlich und äußerlich genutzt, bei vielen Beschwerden.

Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg hat den Hafer zur Arzneipflanze des Jahres 2017 gekürt.

Medizinische Beachtung erfuhr der Hafer (Avena sativa) als Arzneipflanze recht spät. So erwähnte man ihn im Mittelalter bei Hauterkrankungen.

Im Gegensatz dazu betonte die Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 –1179) den wärmenden Aspekt des Hafers als Nahrung und empfahl die Flocken zur Nervenstärkung und bei Schwäche. Hafer gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceen) und stammt vermutlich aus Kleinasien. Die anspruchslose Pflanze wird mittlerweile weltweit in den gemäßigten Zonen angebaut und besitzt ein tiefgreifendes, gut verzweigtes Wurzelnetzwerk.

Inhaltsstoffe und Heilwirkung

Unterschieden wird zwischen dem Getreide, also dem Haferkorn = Frucht (Avenae fructus) und dem Haferstroh (Avenae stramentum), sowie dem grünen Hafer, dem Haferkraut (Avenae herbae).

Haferkorn senkt das Cholesterin

Das Haferkorn wird nach der Blüte und Entwicklung der Frucht geerntet. Es besitzt einen hohen Vitamin B-Gehalt (Vit B1 und Vit B6), Aminosäuren, Polyphenole und Saponine. Neben immunstimulierenden Polysacchariden, ist Haferkorn reich an Ballaststoffen.

Etwa die Hälfte der Ballaststoffe werden von Beta-Glucanen bestimmt. Sie haben die Fähigkeit Gallensäure zu binden was vermutlich zu einer Ausscheidung von Cholesterin führt und somit den Gesamtcholesteringehalt im Körper senkt (Quelle: ZfP 2016, Seite 263).

Haferstroh und grüner Hafer

Die Wirkungen des Haferstrohs und dem gr. Hafer (Haferkraut) ähneln sich in gewisser Weise. Traditionell wird Haferstroh lediglich äußerlich in Form von Bädern genutzt. Grüner Hafer wird kurz vor der Blüte rasch geerntet und schonend getrocknet. Er enthält weitestgehend dieselben Inhaltsstoffe, wie Haferstroh. So kann grüner Hafer sowohl äußerlich, in Form von Bädern, als auch innerlich als Tee zur Anwendung kommen. Wertvoll machen ihn seine Inhaltsstoffe, wie Flavonoide, Triterpensaponide, reichlich Mineralstoffe (viel Kieselsäure, Phosphor, Eisen, Kalium u.a.) und Spurenelemente, darunter reichlich Zink, Bor und Jod.

Rezept für ein Vollbad und Tee beiHautproblemen und Erschöpfung

Für ein Vollbad werden etwa 100 g Haferstroh (ggf. auch Haferkraut) 5-10 Minuten in 2-3 Liter Wasser geköchelt und noch etwa 20 Minuten ziehen gelassen. Danach durch ein Sieb dem Badewasser zugeben. Haferstrohbäder lindern den Juckreiz bei Hauterkrankungen, wie etwa Neurodermitis oder nervösem Jucken.

Der grüne Hafer ist seit alters her eine wichtige Heilpflanze zur Stärkung der Nerven und Übererregbarkeit durch Erschöpfung. Weiterhin hilft der Tee bei Stoffwechselstörungen (z.B. Gicht, Rheuma), sowie bei Blasenschwäche und nervöser Reizblase. Für eine Tasse werden 1-2 TL gr. Hafer mit kochendem Wasser übergossen, 7-12 Minuten ziehen gelassen und 2-3 Tassen täglich getrunken.

Für mich ist Hafer ein kraftspendendes Schönheitsmittel, da er die Nieren zur Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten unterstützt und somit ganz nebenbei zu einer gesünderen Haut führt. Am besten innerlich als Tee und äußerlich als Bad.

2018-04-15T10:12:39+00:004. Januar 2017|Heilpflanzen, Phytobalance|

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